Stützmauer und Rosskastanie

Bild: CC BY-NC

Seit zwei Wochen wird in der Wartburgstadt über pro und contra Erhalt der Rosskastanie am Nikolaitor diskutiert. So gibt es Initiativen von Einzelpersonen und dem BUND für den Erhalt des Baumes. Die Kirche auf der anderen Seite wollte diesen bereits in der Vergangenheit fällen lassen da er sich negativ auf die Bausubstanz der Nikolaikirche auswirkt. Und auch die Politik war nicht untätig und daher wird der zuständige Ausschuss eine Sondersitzung zu diesen Thema einberufen.

Worum geht es?

Kern der Angelegenheit ist die geplante Sanierung der Stützmauer zwischen Nikolaitor und Kirche. Hierzu beriet der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Sport am 06.06. in öffentlicher Sitzung. Leider sind keinerlei Unterlagen aus dem betreffenden Tagesordnungspunkt öffentlich verfügbar weswegen wir nur auf unser Gedächtnisprotokoll zurück greifen können.

Die Fakten:

Die Stützmauer soll saniert werden da für sie erheblicher Handlungsbedarf besteht. Hierzu sei angemerkt das Bauwerke gemäß DIN 1076 in regelmäßigen Abständen überprüft und benotet werden. Diese Noten gehen ähnlich Schulnoten von 1,0 bis 4,0 wobei 4,0 die schlechteste Note ist. Diese Note bedeutet z.B. bei einer Brücke die sofortige Schließung. Ganz so schlimm steht es um die Mauer nicht freilich bedeutet aber die momentane Zustandsnote 3,2 das dringend gehandelt werden muss.

Für die Planung der Sanierung der Stützmauer wurde das Ingenieurbüro IGS aus Weimar beauftragt. Bei den Planung spielte die Rosskastanie eine wichtige Rolle da sie nahe an der Kirche steht und ihr Wurzelwerk vornehmlich in Richtung Stützmauer zu verorten ist. Auch lag der Erhalt dieses Baumes im Interesse der Verwaltung da er das Stadtbild an dieser Stelle prägt. Letztlich schlug das Büro vier Varianten der Sanierung vor:

Variante 1:

Von außen werden Schräganker durch die Mauer in das Erdreich gesetzt um selbige zu stützen. Mit Kosten von 137000 Euro am günstigsten.

Variante 2:

Es wird von oben die Rückseite der Mauer mit Beton verfüllt. Sowohl Variante 1 als auch 2 lassen keinen Austausch schadhafter Steine zu und auch bei diesen Varianten ist es wahrscheinlich dass das Wurzelwerk geschädigt wird.

Variante 3:

Die oberen Schichten der Mauer werden abgetragen, die Steine saniert und die Rückseite mit Beton verfüllt. Die Schrägneigung der Mauer bleibt erhalten da an der untere Mauerbereich nicht saniert werden kann. Eine Schädigung des Baums ist auch hier zu befürchten.

Variante 4:

Die Mauer wird komplett abgetragen, alle Steine saniert und eine Stahlbetonschale wird errichtet welche die Mauer stützen wird. Hierzu muss der Baum weichen und es ist mit 269000 Euro die teuerste Variante die zudem aber 100 Jahre Haltbarkeit verspricht. Im Gegensatz dazu sind die anderen Varianten günstiger versprechen aber laut dem Büro nur eine Haltbarkeit von 15 bis 25 Jahren.

Fazit:

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Sport wird in seiner Sondersitzung weise entscheiden müssen. Es sollte dafür gesorgt werden das alle relevanten Unterlagen öffentlich einsehbar werden. Es gilt es abzuwägen zwischen den Interessen der Bürger welche sich für den Erhalt des Baumes einsetzen und dem Umgang mit Steuergeldern. So sind die Varianten welchen den Baum weniger schädigen zwar im günstigsten Fall nur halb so teuer wie die Variante bei der der Baum weichen muss versprechen aber auch nur maximal 25 Jahre Zeit bis die Mauer wieder saniert werden muss. Wir sind gespannt wie sich der Ausschuss entscheiden wird und diese Entscheidung in der Stadt aufgenommen wird.

       


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