Quo vadis, Landestheater Eisenach?

Bild: CC BY 3.0

Landestheater Eisenach

Nach wie vor ist das Landestheater Eisenach Mittelpunkt kontroverser Diskussionen.
Während die Befürworter des Theaters mit der kulturellen Bedeutung für die Stadt argumentieren, sehen die Kritiker darin eine unverhältnismäßig hohe Belastung des Haushaltes, die sich Eisenach als freiwillige Zuwendung zukünftig nicht mehr leisten kann.

Andreas Jacob, Direktkandidat im Wahlkreis 190 (Eisenach – Wartburgkreis – Unstrut-Hainich-Kreis II) meint dazu: »Die im Haushaltssicherungskonzept der Stadt Eisenach vorgesehene Finanzierungsmöglichkeit durch professionelles Einsammeln von Spenden ist vermutlich nicht ausreichend. Wenn es weiterhin in Eisenach ein Theater mit eigenem Produktionsstandort geben soll, dann muss das einen noch höheren Grad an Eigenwirtschaftlichkeit erreichen. Auch müssen die Betriebs- und Sachkosten verringert werden. Jedoch sehe ich nicht nur das Landestheater selbst, die Stadt und jene Bürger, die das Theater erhalten wollen, in der Pflicht, sondern auch die Regierungskoalition unseres Freistaates. Es ist unumgänglich, dass man sich seitens CDU und SPD durch die Bereitstellung finanzieller Mittel aus dem Landeshaushalt zu der Erhaltung der Theaterkultur bekennt. Ist die Landesregierung nicht zu diesem Schritt bereit, wird Thüringen abermals ein Stück Kultur verlieren. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch an die Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD erinnern, die besagt, dass man die Standortdebatte hinsichtlich der Thüringer Theater nicht mehr führen wollte. Ist ein Theater erst einmal geschlossen, wird diese Debatte natürlich auch nicht mehr geführt. Ein Schelm, wer Böses hierbei denkt.«

Unumstößlicher Fakt ist: Die Stadt Eisenach kann zukünftig die freiwilligen Leistungen für das Landestheater in Höhe von rund zwei Millionen Euro jährlich nicht mehr aufbringen. Da Eisenach derzeit kaum noch seine Pflichtleistungen erfüllen kann, hat das Theater nur eine Überlebenschance, wenn das Land über die Spielzeit 2012/2013 hinaus die Finanzierung aus dem Landesausgleichsstock übernimmt.

Zusätzliche Maßnahmen könnten eine Kofinanzierung ermöglichen:

  • Das Theater sollte ein Finanzierungskonzept erstellen. Sofern es notwendig erscheint, auch unter Hinzunahme eines Unternehmensberaters. Das Konzept muss für alle Interessenten öffentlich einsehbar sein und sollte aus diesem Grund auch im Internet vorgestellt werden.
  • Es sollten in den Jahren 2013 und 2014 Einwohnerversammlungen zum Thema Theaterfinanzierung stattfinden. Die Stadt und das Theater sollten in einen dauerhaften Dialog mit den Bürgern treten, um neue Finanzierungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
  • Es muss geprüft werden, ob man mit dem Theater am Markt bei Produktionen kooperieren kann, um Produktionskosten zu senken und um ein facettenreicheres Programm anzubieten. Auch ließen sich gegebenenfalls Fördermittel der Kulturstiftung des Bundes in Anspruch nehmen, welche letzten Endes beiden, Landestheater und Theater am Markt, zum Vorteil gereichen.
  • Neben der Wartburg empfehlen wir die Wandelhalle als alternative Spielstätte für besonders öffentlichkeitswirksame Produktionen zu nutzen.
  • Es könnte jährlich ein Theaterfest stattfinden, um Einnahmen zu generieren und um bei den Menschen gezielt Interesse für die Theaterkunst zu wecken.
  • Das Theater sollte sich bei Veranstaltungen in Eisenach und Umgebung, wie dem Weihnachtsmarkt auf der Wartburg und dem Sommergewinn mit besonderen Aufführungen präsentieren und in das Marketing eingebunden werden.
  • Das Online-Marketing des Theaters sollte neben Facebook auf weitere soziale Netzwerke wie Twitter und Google+ ausgeweitet werden. Des Weiteren ist die Präsentation und Vermarktung des Theaters auf der stadteigenen Homepage (eisenach.de), z.B. unter Einbeziehung von Youtube oder eines anderen Video-Portals, zu verbessern.
  • Im Hinblick auf die Höhe der thüringenweiten durchschnittlichen Einspielquote von 16,2 Prozent (Bundesdurchschnitt 18 Prozent) und einer Einspielquote von gerade einmal 12 Prozent des Eisenacher Landestheaters darf eine Diskussion bezüglich einer Erhöhung der Eintrittspreise kein Tabuthema sein.
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